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Erneuerung Spinnereibrücke

  

Projektstand

Das Baugesuch für den geplanten Ersatzneubau der Spinnereibrücke lag während der Zeit vom 20. September bis 21. Oktober 2024 öffentlich auf. Bei den Gemeinderäten Gebenstorf und Windisch sind insgesamt 5 Einwendungen eingegangen.

Die Gemeinderäte legen grossen Wert auf eine fundierte und seriöse Prüfung aller relevanten Aspekte, weshalb in Bezug auf einzelne Einwendungen ergänzende Abklärungen durchgeführt werden. Ein externes Ingenieurbüro überwacht zudem fortlaufend die Tragfähigkeit der Spinnereibrücke, um eine sichere Nutzung zu gewährleisten.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat inzwischen die Haltung der Gemeinderäte gestützt, die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission bereits im Rahmen des Einwendungsverfahrens zu begrüssen. Dieser Schritt wird in die Wege geleitet, sobald die zusätzlichen Abklärungen abgeschlossen sind. Das Verfahren bei der Natur- und Heimatschutzkommission wird anschliessend erfahrungsgemäss mehrere Monate in Anspruch nehmen. Daher können die Verhandlungen mit den Einwendenden erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. 

Handlungsbedarf

Die Bausubstanz der über 100 Jahre alten Brücke zwischen Gebenstorf und Windisch unterhalb des Reuss-Wehres weist altersbedingt gravierende Mängel auf. Die Untersuchungen zeigten, dass sich der Zustand der Brücke in den letzten Jahren massiv verschlechtert hat. Die Brückenpfeiler sind stark unterspült und es besteht bei grossem Hochwasser sogar die Gefahr eines möglichen Einsturzes.

Im Rahmen der Abklärungen wurden die schon im Jahr 2000 festgestellten Ausspülungen an den beiden Flusspfeilern erneut mit Tauchern untersucht. Das Untersuchungsergebnis zeigte eine deutliche Zunahme der Unterspülung an beiden Flusspfeilern. Als sehr kritisch zu betrachten war die Ausspülung vom Flusspfeiler 2 auf Seite Gebenstorf. Dieser war auf der ganzen Länge rund 120 cm hoch und 80 cm tief (halbe Pfeilerbreite) unterspült. Die Standsicherheit der Brücke war durch die Unterspülung der beiden Flusspfeiler stark gefährdet.

Sofortmassnahme, Einvibrieren der Stahlträger

Die statischen Nachweise für die Standsicherheit konnten so nicht mehr erbracht werden, weshalb die Brücke am 7. September 2019 gesperrt und entsprechende bauliche Sofortmassnahmen getroffen werden mussten. Zur Gewährleistung der Standsicherheit wurden an den Ecken des Pfeilers Stahlprofile in den Baugrund einvibriert und mit Spannankern und Stahllaschen kraftschlüssig gegen den Pfeiler verschraubt. Am 24. September 2019 konnte der Steg für den Langsamverkehr wieder freigegeben werden.

Reussbrücke mit Provisorium

Die Sofortmassnahme gibt der alten Spinnereibrücke einen Aufschub von ca. 5 Jahren. 

Projekt

Vorgehen

Da es sich um ein für die Gemeinden Gebenstorf und Windisch wichtiges Bauobjekt mit erhöhtem Anspruch an Qualität handelt, wurde ein Studienauftrag (Wettbewerb) durchgeführt. Ziel war es, verschiedene Ideen und Möglichkeiten zu prüfen und eine auf die Situation abgestimmte Bestvariante zu erhalten, welche langfristig die Bedürfnisse der Benutzer abdecken soll. 

Wettbewerbsverfahren

Alle sieben geladenen Teams, jeweils bestehend aus einem federführenden Bauingenieur und einem Verantwortlichen für Gestaltung und Einpassung der Brücke in den Kontext, haben im Dezember 2020 ihre Vorschläge eingereicht. 

Am 18. und 19. März 2021 hat das Preisgericht aus Vertretern der auslobenden Gemeinden Gebenstorf und Windisch, Anwohnervertretern und Fachexperten im Bereich Brückenbau, Architektur/Städtebau und Verkehr im Gemeindesaal in Gebenstorf getagt. Dabei wurden die Wettbewerbsbeiträge umfangreich aus verschiedenen Sichtwinkeln analysiert und diskutiert. Das Preisgericht war erfreut über die grosse Bandbreite an unterschiedlichen Lösungsansätzen für die anspruchsvolle Aufgabe. Die Vielfalt an einfallsreichen und zum Teil überraschenden Beiträgen hat den Wettbewerb bereichert und das Verfahren gerechtfertigt. 

Nach einer abwägenden Diskussion hat das Preisgericht entschieden, das Projekt «KANAGAWA» von Fürst Laffranchi Bauingenieure GmbH, Aarwangen und Felgendreher Olfs Köchling Architekten, Azmoos zum Siegerprojekt zu küren. Das Projekt «KANAGAWA» schlägt eine unterspannte Stahlträgerbrücke vor, die sich durch seine eigenständige, in sich kohärente Form und die Synthese aus Funktionalität und Gestaltung auszeichnet. Die Integration der Brüstung als statisches Element führt zu einem erstaunlich eleganten, horizontal gespannten Element, welchem es mit geringen Materialaufwand gelingt, den gesamten Flussraum stützenfrei zu überspannen. An den beiden Enden schafft zudem die Vorplatzgestaltung eine räumliche Situation, welche der gegebenen Situation gerecht wird und bestehende Qualitäten wahrt.

Visualisierung Spinnereibrücke

Kosten

Die Kostenschätzung wurde im Rahmen des Vorprojektes erstellt und ergibt folgende Gesamtpreise nach Kostenteiler:

Kostenträger Kosten in %
Gemeinde Windisch 2'450'000 51%
Gemeinde Gebenstorf 2'365'000 49%
Total 4'815'000 100%

Die beiden Gemeinden haben dem Verpflichtungskredit für den Ersatzneubau der Spinnereibrücke im Jahr 2021 zugestimmt.

Kantons- und Bundesbeiträge

Der Grosse Rat hat die Verbindung über die Reuss zwischenzeitlich zu einer Velohauptroute aufgestuft, was mit einem wesentlichen finanziellen Beitrag durch den Kanton verbunden ist. Zudem wurde die Spinnereibrücke vom Bund im Agglomerationsprogramm aufgenommen, womit auch der Bund einen Beitrag leistet. 

Weitere Informationen

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