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19.08.2018 05:49:36


Geschichte von Windisch


Windisch liegt auf einem Gebiet von grosser geschichtlicher Vergangenheit, welches infolge seiner verkehrsgünstigen Lage schon sehr früh besiedelt war. Der Name Windisch hat seinen Ursprung im römischen Vindonissa. Kelten, Römer, Burgunder, Habsburger und Berner haben viele heute noch sichtbare Spuren oder markante Zeugen, wie beispielsweise das römische Amphitheater und die Klosterkirche Königsfelden mit ihren farbigen Chorfenstern, ihrer langjährigen Herrschaft hinterlassen.

Alte Bilder Flugansicht Windisch
Im Jahre 1798 beendete Napoleon das jahrhundertalte Untertanenverhältnis der Dorfbewohner und 1803 wurden diese durch die Mediationsakte endgültig Schweizer und Aargauer. Bis 1828, als der „Spinnerkönig“ Heinrich Kunz unter Ausnützung der Wasserkraft der Reuss eine grosse Spinnerei erstellte, lebten die Bewohner als Bauern, Fischer und Fährleute ein eher kärgliches Dasein.

Trotz dem nun folgenden bevölkerungsmässigen Aufschwung muss es der Gemeinde nicht gut gegangen sein. Im Jahre 1863 wurde ein Teil des Gemeindebannes an die Stadt Brugg verkauft. Heute stehen auf diesem Areal der Bahnhof, die Neumarktüberbauung und namhafte Industriebetriebe. Mit diesem kurzsichtigen Handel verpasste die Gemeinde den Aufschwung des Eisenbahnzeitalters.

Windisch hat diesen Fehlentscheid erst hundert Jahre später überwunden. Man machte sich zielstrebig daran, die „Wohngemeinde“ in eine „wohnliche Gemeinde“ umzuwandeln. Das Alters- und Pflegeheim mit Alterswohnungen wurde gebaut. Zwei Entscheide haben zu einer bedeutenden Aufwertung der Gemeinde beigetragen: Die Umwandlung der Heil- und Pflegeanstalt in die moderne psychiatrische Klinik Königsfelden, heute PDAG, und den Bau der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL). So wurde Windisch zum Aargauer „Technikumsdorf“. Anfangs des 20. Jahrhunderts hat der Kanton mit einem wegweisenden Entscheid für eine weitere grosse Entwicklung von Windisch und der Region gesorgt: Windisch ist Standort der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die damit verbundene Entwicklung zeigt sich in unzähligen Wohnbauprojekten wie Überbauung Fehlmannmatte, East and Westside im Kunzareal, Überbauung Dorfkern usw. usf.

Dank der fortschrittlichen Schulplanung ist Windisch ein bevorzugter Wohnort geworden. Nebst allen Klassenzügen der Volksschule verfügt Windisch auch über eine regionale Heilpädagogische Schule, welche das gesamte Spektrum der Früherfassung bis zur Werkstufe und Eingliederung in den Erwerbsprozess abdeckt.

Dank seiner zentralen, äusserst verkehrsgünstigen Lage sowie Räumlichkeiten und Anlagen wird Windisch landesweit als Tagungs- und Kursort geschätzt. Für Versammlungen und Vorträge stehen vor allem die Räumlichkeiten der FHNW, und seit Herbst 2013 des Campus-Saals, zur Verfügung. Sportliche Anlässe finden die notwendige Infrastruktur in grosszügigen Turn- und Sporthallen, für Volksfeste aller Art bildet das Oval des Amphitheaters eine eindrückliche Kulisse.

Ein Kulturkreis koordiniert die vielfältigen, reichhaltigen kulturellen Anlässe in Windisch. Speziell zu erwähnen sind die traditionellen Königsfelder Festspiele, welche viele Besucher aus der Schweiz und dem Ausland nach Windisch ziehen.

Windisch hat seit 1974 anstelle der Gemeindeversammlung die Organisation mit Einwohnerrat. Dieser bestimmt die Gemeindepolitik und setzt sich aus den Fraktionen von SP, SVP, FDP, CVP und EVP zusammen.

Überliefert aus der geschichtlichen Vergangenheit umfasst die reformierte Kirchgemeinde die Gemeinden Habsburg, Hausen, Mülligen und Windisch. Auf dem gemeinsamen Friedhof werden die Verstorbenen zur letzten Ruhe gebettet. Die römisch-katholischen Einwohner gehören zur katholischen Kirchgemeinde Brugg, Windisch hat ein eigenes Pfarramt und die Marienkirche.

Nicht zu Letzt zu erwähnen sind die eindrücklichen Schönheiten der Landschaft und der nahe gelegenen Erholungszonen. Das Wasserschloss der Schweiz im Mündungsgebiet von Aare und Reuss lädt zur Ruhe und Stille ein, von der Höhe des Lindhofs, der als letztes unberührtes Landschaftsgebiet erhalten geblieben ist, kann man den Jura von der Gislifluh bis zur Lägern überblicken.

Wer die Geschichte der Region aktiv erleben möchte, darf den Besuch des Legionärspfades auf keinen Fall verpassen!